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Information des Bürgermeisters zur Endlagersuche Atommüll

Endlagersuche – Arbeitsstand aus dem aktuellen Arbeitsschritt -

Anfang November 2025 wurde die Gemeinde durch die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) informiert, dass unsere kommunale Gebietskörperschaft in einem der Teilgebiete liegt, für das der aktuell veröffentlichte Arbeitsstand zur Endlagersuche neue Informationen enthält. Trotz der frühen Phase des Verfahrens erfuhr das Thema bereits große mediale Aufmerksamkeit. Da sich wahrscheinlich auch den Einwohnerinnen und Einwohnern einige Fragen in diesem Zusammenhang stellen, möchte ich nachfolgend einen kurzen Überblick geben: 

 

Ausgangsbasis:

In Deutschland sind circa 27.000 Kubikmeter hochradioaktive Abfälle angefallen, für die es bisher kein Endlager gibt. Um diese Abfälle sicher zu verbringen, wird aktuell in Deutschland ein Endlagerstandort im tiefen, geologischen Untergrund gesucht. Das Verfahren wird durch die BGE durchgeführt. Die finalen Entscheidungen fallen im Bundestag.

 

Ablauf:

Das Verfahren zur Standortsuche gliedert sich in drei Phasen (siehe Abbildung 1). Jede Phase endet mit einem Vorschlag der BGE zur weiteren Eingrenzung. Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit unterrichtet anschließend den Bundestag über die jeweils vorgeschlagenen weiteren Schritte. Jede Phase endet mit einem Bundesgesetz durch den Bundestag. In den Phasen werden Ausschlusskriterien (zum Beispiel Erdbebengefährdung) und Mindestanforderungen an das Wirtsgestein (zum Beispiel Tiefe und Mächtigkeit der Gesteinsschicht) sowie geowissenschaftliche Abwägungskriterien angewendet. Bei vergleichbaren geologischen Voraussetzungen kommen die planungswissenschaftlichen Abwägungskriterien (zum Beispiel Besiedelung oder Naturschutz-Gebiete) zum Tragen. Je weiter das Verfahren fortgeschritten ist, desto detaillierter erfolgt die Sicherheitsuntersuchung der identifizierten Gebiete.

 

Die geologische Beschaffenheit des Bodens in Großteilen unserer Gemarkungen hat zunächst dazu geführt, dass wir in der Auswahlphase 1, Schritt 2 als geeignetes Gebiet mit dem Status "Prüfschritte 1 und 2 der rvSU weitgehend bestanden" eingestuft wurden. Dazu ist zu sagen, dass in dieser Auswahlphase ausschließlich geologische Bestandsdaten ohne nähere Gebietsbetrachtungen zur Besiedlung usw. herangezogen wurden.

 

Die Übermittlung der Vorschläge für die Standortregionen durch die BGE an das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) ist für das Jahr 2027 vorgesehen. Anschließend werden als gesetzlich vorgegebene Beteiligungsmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung, kommunale Vertreterinnen und Vertreter sowie für Vertreterinnen und Vertreter gesellschaftlicher Gruppen, die Regionalkonferenzen durch das BASE eingerichtet.

In der nächsten Phase 2 der Standortsuche werden die in Phase 1 ermittelten Standortregionen übertägig erkundet. Darüber hinaus wird die BGE den Untergrund mit Erkundungsbohrungen und seismischen Messungen untersuchen. Auf der Grundlage dieser Daten werden die Vorschläge für die in Phase 3 untertägig zu erkundenden Standortregionen erarbeitet. Für die 3. Phase ist die Errichtung von Erkundungsbergwerken an mindestens zwei Standorten vorgesehen, um weitere Untersuchungen durchführen zu können.

Ursprünglich wurde die Festlegung des finalen Standortes im Jahr 2031 angestrebt. Jedoch legte die BGE im Oktober 2022 eine aktualisierte Planung zur Standortsuche vor, wonach ein Abschluss des gesamten Standortauswahlverfahrens erst in der Zeitspanne 2046 – 2068 möglich sei.

 

Weitere Informationen:

Auf der Homepage der BGE finden Sie umfangreiche Informationen zur Endlagersuche in Deutschland. Details zum betreffenden Teilgebiet sind über den folgendem QR-Code zu finden:

 

 Details zum Teilgebiet 

 

Außerdem möchte ich noch auf das einschlägige Kartenmaterial verweisen, welches ebenfalls online zur Verfügung gestellt wird und über den nachfolgenden QR-Code zu erreichen ist:

 

 Kartenmaterial 

 

 

Ausblick:

Das Thema wird uns nun zwangsläufig erstmal (zumindest bis zur nächsten Gebietseingrenzung) weiter begleiten. Mir wäre es auch lieber gewesen, wenn unsere Region schon in dieser frühen Phase als Potentialgebiet hätte ausgeschlossen werden können. Wir werden das Thema als Kommune weiter aktiv begleiten und regelmäßig zu neuen Erkenntnissen berichten.

 

 

René Straßberger

Bürgermeister

 

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Bobritzsch-Hilbersdorf
Mi, 03. Dezember 2025

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