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Altbergbau Niederbobritzsch

Auf den Spuren des Bergbaus in Niederbobritzsch

Auf dieser Seite werden die Ergebnisse von Erhebungen zum früheren in Niederbobritzsch umgegangenen Bergbau gegeben. Fördermittel der LEADER-Region Silbernes Erzgebirge haben es dem Heimatverein Niederbobritzsch e. V.  ermöglicht, das neue Wissen zum Bergbau auf Tafeln der Allgemeinheit öffentlich zugänglich zu machen.

Im Folgenden werden

  • das Zustandekommen des Projektes
  • zur Geschichte des Bergbaus
  • einzelne Objekte, wie sie an den entsprechenden Standorten auf Tafeln in Bild und Text dargestellt sind.

vorgestellt

Zustandekommen des Projektes

In jüngerer Vergangenheit ist das Wissen darüber, dass in Niederbobritzsch in früheren Zeiten in größerem Umfang Bergbau betrieben wurde, fast verloren gegangen. Im Denkmalverzeichnis von 2018 (AUSFÜHRLICHES DENKMALVERZEICHNIS DES LANDESAMTES FÜR DENKMALSPFLEGE SACHSEN FÜR DIE GEMEINDE BOBRITZSCH-HILBERSDORF, STAND 18.04.2018 /1/) sind die wenigen andeutungsweise noch vorhandenen Zeugen und Relikte „Altbergbaugebiet Rammelsberg“ als „Bergbaufolgelandschaft mit Halden und Bingen, Halden- und Bingenzügen, mehreren Huthäusern, Resten von Kunstgräben, Bergbauteichen und Stolln im Gebiet der Gemeinde Bobritzsch Hilbersdorf mit den zugehörigen Ortsteilen Hilbersdorf und Niederbobritzsch sowie der Gemeinde Weißenborn…“ aufgeführt. 

In Niederbobritzsch zählen dazu neben Haldenzügen auf den zahlreichen Erzgängen (mit heutiger Flurstücksbezeichnung) und Halden verschiedener Schächte, der Zinnteich, das ehemalige Huthaus Friedrichschacht und als Einzeldenkmal das Mundloch des Friedrich Erbstolln.

In /1/ wird darauf hingewiesen, dass das Gebiet des Rammelsberges und der Schieferleithe im frühen 16. Jahrhundert im östlichen Freiberger Revier ein wichtiges Abbaugebiet auf Silber, Kupfer und Blei darstellte, wobei auch der Zinnbergbau ausgeprägt war, ohne Konkretes zu nennen.

In Niederbobritzsch wurden mit unterschiedlicher Intensität und Erfolg bis Ende des 19. Jahrhunderts Erze abgebaut bzw. wurde nach diesen gesucht. Dies gab Anlass, dass sich im Frühjahr 2018 unter der Ägide des Heimatvereins Niederbobritzsch einige interessierte Personen zusammenfanden, um tiefer in die Materie einzusteigen.  Es durfte vermutet werden, dass schon vor der genannten Zeit, wohl angeregt durch den Silberfund 1268 in Freiberg, auch in unserer Gegend nach Erzen gesucht und diese abgebaut wurden, meist allerding nur oberflächennah Dies war bedingt durch die damaligen einfachen Produktionsmittel aber auch behindert durch die in geringen Teufen angetroffenen Grundwässer. 

Nach mehr als 2-jährigem Studium alter Akten des Bergarchivs Freiberg ist jetzt mehr Licht in die Sache gebracht worden. Ein Teil der in die Tiefe gehenden Erkenntnisse ist nun - seit dem 3. Oktober 2021 - an verschiedenen Stellen der Ortslage präsentiert worden.

Einen Überblick gibt eine große Übersichtstfel in der Ortsmitte an der Bushaltestelle „Goldener Löwe“ in der Nähe der Kaufhalle EDEKA, deren Informationen durch 14 kleinere Texttafeln an ausgewählten Objekten in der Ortslage ergänzt werden.

Zur Geschichte

Die Übersichtstafel berichtet über die Geschichte:

„Der Nachweis der Verleihung der ersten Fundgrube auf Niederbobritzscher Flur stammt aus dem Jahre 1512. Es ist aber zu vermuten, dass schon weit vorher, besonders auf der heutigen Juchhöh, nach Erzen gesucht worden ist, angeregt durch den Fund von Silbererz 1168 in Freiberg.

Besonders bei den im 16. und 17. Jahrhundert verliehen Gruben war die Lagebezeichnung oft nur mit dem Namen des jeweiligen Grundbesitzers verbunden. Es lassen sich zwar eine große Anzahl von Grubenverleihungen finden - weit über 50 - für Niederbobritzsch, aber es ist selten möglich, den genauen Fundort zu identifizieren. Meistens lagen die Gruben „auf Richters Gütern“ oder den sich nach Süden anschließenden Grundstücken, die sich fast 2 km nach Westen erstreckten.

Die bekannt gewordenen Gruben setzten meistens alle auf zwischenzeitlich stillgelegten Gruben auf, waren auch oft eine längere Zeit gangbar mit teilweise erheblichen Stollenlängen, hatten allerdings letztlich keine wesentliche Ausbeute an Silbererzen und anderen Mineralien, so dass sie durchgängig unter Schulden litten und letztlich den Betrieb einstellen mussten.

Über einige Gruben liegen detailliertere Kenntnisse vor. Die Gruben Drei Könige, Heinrich Erbstolln und Friedrich Erbstolln, an der Juchhöh liegend, zählen zu den größeren. Weitere Fundgruben und Erbstolln wie Ihle, Gottes Geschick, Neue Drei Könige, Glückauf konnten rechtsseitig der Bobritzsch bestimmten Örtlichkeiten zugeordnet werden, wie auch der König August Erbstolln linksseitig und der Samuel Erbstolln am Grundfluss an der nördlichen Gemarkungsgrenze von Niederbobritzsch. Zu anderen Gruben gibt es zwar verschiedentlich Angaben zu bergbaulichen Arbeiten (Neue Drei Könige, Drei Brüder u. a.), dazu aber bleibt offen, wo sie sich befunden haben.

Das Ende des Niederbobritzscher Bergbaus ist auf den Ausgang des 19.  Jahrhunderts zu verlegen, als auch die Arbeiten im Theodorschacht zu Hilbersdorf die Arbeiten eingestellt wurden.“

 

Auf der Übersichtstafel sind die Mundlöcher der Gruben, deren örtliche Lage bestimmten Grundstücken zugeordnet werden konnte, durch entsprechende Symbole markiert.

Es handelt sich entlang des Verlaufs der Bobritzsch von Süd nach Nord um

  • Neuer Drei Könige Erbstolln
  • Gottes Geschick Erbstolln
  • Ihle Fundgrube
  • König August Erbstolln

Die benannten 3 größeren Gruben liegen auf der Juchhöh/Schieferleite

  • Drei Könige Fundgrube an der Schieferleite
  • Heinrich Erbstolln
  • Friedrich Erbstolln

 

Zu diesen Gruben gibt es wie auch an anderen Standorten Texttafeln, auf denen die wichtigsten Daten zu den [Objekten] genannt sind.

 

Tafel1

 

Weiter gibt die Übersichtstafel Auskunft über eine Reihe anderer Objekte: Zwar nicht vollständig, aber die relevant erscheinenden Halden und Bingen sind aus verschiedenen Grubenrissen skizzenhaft übernommen worden, ebenso die Verläufe einer großen Anzahl von Erzgängen, wobei besonders die Situation zu den Gruben auf dem Drei König Spat an der Schieferleite und auf der Juchhöh (Tiefer Drei Könige, Heiliger Drei Könige, Drei Könige Fundgrube auf dem Judenbergzug/Juchhöh) dargestellt ist. Ebenso sind die Verläufe der beiden bedeutenden Kunstgräben St. Lorenz Gegentrum und Drei Könige/Judenberg, und 3 Bergbauteiche eingetragen.

Benannt sind auch alle Standorte der Tafeln mit den textlichen Erläuterungen (Kennzeichnung durch Großbuchstaben).

Schließlich sind auf einer Zeitschiene die wichtigsten Etappen seit der Ersterwähnung von Niederbobritzscher Gruben bis zur Einstellung des hiesigen Bergbaus aufgeführt.

 

Beschreibung der einzelnen Objekte

 

Orientiert wird sich im Folgenden an dieser Zeitschiene unter gleichzeitiger Zuordnung der Standorttafeln zu den besprochenen Objekten.

 

Die in den seit 1510 geführten Belehnungsbüchern des Bergamtes Freiberg findet sich für Niederbobritzsch der erste Eintrag am 1.12.1512 bezüglich der Verleihung der Grube „sand annen“ auf „richterß gütern bei den Langen Holz“ an einen Michel Byrkner, und zwar auf einem alten Schacht. Letzteres weist darauf hin, dass es schon vor diesem Datum an dieser Stelle Bergbau betrieben wurde. Etwa ein Jahr später wird auch ein alter Schacht an Byrkner verliehen, der allerdings auf dem südlich angrenzenden Grundstück von Gregor Hoffman liegt. An anderer Stelle wird Sand Annen mit der Schieferleite in Verbindung gebracht. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Grube östlich nahe dem Zinnteich zu finden war. Das wird auch für mehrere andere zu dieser Zeit verliehene Gruben zutreffen und ist auch plausibel, wenn man berücksichtigt, dass bereits vor dieser Zeit die Gruben (Heilige) Drei Könige von Weißenborn aus in diese Richtung getrieben worden sind.

 

Am Objekt „Zinnteich“ (auch Schwarzer Teich oder Schöpsenteich) an der westlichen Flurgrenze zu Weißenborn befindet sich die Tafel G.

 

Zinnteich

 

Der auf dieser Tafel gezeigte Riss von 1652 stammt aus der Zeit als die Drei Könige Fundgrube durch den Hilbersdorfer Richter Georg Sperling betrieben wurde. Aber schon viel früher wird von Fundgruben mit der Bezeichnung Heilige Drei Könige an der Schieferleite auf dem Grund und Boden des Erbgerichts berichtet - wie 1516/1554/1556 -, dann 1619/1621/1622/1628//1629, wo allerdings der Namensbestandteil „Heilige“ verschwindet.

Erste Zechenregister liegen für 1629/30 für die 1628 an George Lorentz verliehene Grube Drei Könige an der Schieferleite vor, die allerdings nicht über die durchgeführten Arbeiten berichten. Erst 1700 finden sich weitere Berichte vor, als die Fundgrube auf dem Dey Könige Spat an Georg Zocher ging. Nach den Angaben zu den in der Grube ausgeführten Arbeiten ist zu vermuten, dass die ehemals von Sperling betrieben Baue wieder aufgenommen wurden, indem man bis auf eine vorhandene Sohle in ca. 17 m Tiefe gelangte, ebenso wie das Pochwerk und die Wäsche am Zinnteich. Von einem Betrieb des Sperlingschen Kunstschachtes wird allerdings nicht berichtet.

Gesichert kann gelten, dass die 1772 an Johann Gottfried Ihle auf der Schieferleite verliehene Fundgrube unter dem Namen Friedrich auf der Sperling-Grube wieder aufgesetzt hat. Sie wurde mehrfach verschiedenen Lehnträger zugesprochen, u. a. 1784 temporär Eckoldt, und zuletzt 1790 der Colmnitzer Grube „Ehre Gottes“. Der Betrieb spielte sich hauptsächlich im Teufenbereich der o. g. Sohle ab. Ein Versuch zur Wasserabsenkung gelang kurzzeitig bis 20 m unterhalb dieses Niveaus, allerding ohne Einsatz der alten Kunst. Ab 1793 ging die Grube in den Gesamt-Bestand der Gruben Ehre Gottes und Heinrich nach deren Zusammenschlagung über. Offensichtlich wurden dann auf dieser Grube Friedrich nach 1793 keine bergmännischen Arbeiten mehr durchgeführt. Noch sind aber nicht alle Akten zu dieser Grube ausgewertet.

Eine Tafel am Standort F linksseitig des Weges zum Zinnteiches am Rand des dortigen Waldstücks weist auf den ehemaligen Drei König Kunstschach/Friedrich Fundgrube hin (Objekt [4]).

Drei Könige Fundgrube

Zu Sperlings Zeiten bestand ein Kunstgraben (Objekt [18]), der von Oberbobritzsch aus dem Quellbereich des heutigen kalten Baches oberhalb Langs Wiesen nahe Süßenbach Aufschlagwasser zu einem Kunstrad an der heutigen Juchhöh (Objekt [7]) brachte. Das genaue Datum seines Baus lässt sich nicht angeben, wahrscheinlich vor 1650. Er folgte mit leichtem Gefälle konsequent den Höhenlinien im Gelände von ca. + 455 m NN bis zum Rad auf ca.+ 438 m NN und war somit viel länger als der Luftlinie entspricht. Heute kann man seinen ungefähren Verlauf auf + 440 m NN noch in dem Wäldchen oberhalb der Landwirtschaftsbetriebe Schönherr/Erler erahnen. Ansonsten ist er der landwirtschaftlichen Nutzung wieder zugeführt worden und damit verschwunden.

Zu etwa gleicher Zeit gab es den 1632 angelegten St. Lorenz Kunstgraben (Tafel I/Objekt [10]), der in Oberbobritzsch nahe unterhalb der heutigen Ölmühle Wasser entnahm und annähernd dem Gelände folgend bis nach Conradsdorf führte. Um 1847 wurden die Grundstücke, auf den er entlangführte, den Besitzern zurückgegeben. Er war immer Anlass, teilweise heftiger Auseinandersetzungen zwischen Bobritzscher Bürgern und den Grabenbesitzern, war aber für den hiesigen Bergbau nicht bedeutungsvoll.  

Kunstgraben

1760 wurde linksseitig des Kunstgrabens direkt auf der Grenze Nieder-/Oberbobritzsch ein Schutzteich zur Regulierung des Wasserzu- und Abflusses aus dem darüberliegenden wasserreichen Tal angelegt (Tafel N, Objekt [14]). Er lag um 1815 brach, wurde teilweise durch Abfuhr von Material zerstört kam aber 1844 wieder ins Gespräch, weil bessere Bedingungen für die Wasserbevorratung der Gruben des Freiberger Reviers geschaffen werden sollen. Auch als sich die Absicht, auf der Juchhöh die alten Gruben auf dem Judenbergzug/Drei Königspat weiter zu entwickeln, sollte sein Wasser zum Antrieb von Kunstgezeugen genutzt werden. Das hat sich später aber zerschlagen. Diesbezügliche Akten sind noch auszuwerten.

Schutzteich

In der Zeit zwischen 1700 und 1715 wurden, teilweise von der Bobritzsch ausgehend, einige Fundgruben und Erbstollen angelegt. Es handelt sich um den Glückauf Erbstolln (Objekt [22]), Gottes Geschick Erbstolln (Objekt [24], Tafel K), und König Salomon Erbstolln, Weißer Löwe auf dem östlichen Rammelsberg/Peter Reichelt.

Beim Glückauf Stolln geht aus den Schriftsätzen nicht eindeutig hervor, an welcher Stelle er angelegt war. Genannt wird: „Auf der Gemeine zu Niederbobritzsch Güthern gelegen“, „zur Nieder Bobritzsch gelegen“, „uff denen Niederböbritzchen Güthern gelegen“ (an Johann Christoph Bormann). Eindeutiger ist die Verleihung eines Glück Auf Stollens 1809 an Christian Gottlob Lohse auf dem heutigen Grundstück im Rosental 5. Es scheint gerechtfertigt, anzunehmen, dass beide Gruben identisch sind. Die Akten sind noch nicht vollständig ausgewertet.

Zum König Salomon Erbstolln, gelegen auf „Jeremiens Güthern“, und Weißer Löwe, gelegen auf Peter Reichelts Güthern am Rammelsberg, konnten noch keine lagemäßigen Zuordnungen vorgenommen werden.

Dagegen ist die Lage des Mundloches des Gottes Geschick Erbstollns in der Pfarrgasse 9 bekannt, verliehen 1713 an Johann Christoph Bormann.

Gottes Geschick

In ca. 10 m Entfernung vom Mundloch soll es ein niedergehendes Gesenk gegeben haben, in ca. 70 m vom Mundloch einen Tageschacht. Der Stolln erschrotete offensichtlich kein Wasser. Ob nach 1715 der Stolln weiter betrieben wurde ist nicht bekannt.

Weitere Erläuterungen und Fakten zur Gottes Geschick Erbstolln sind in den Amtsblättern vom 7, 8/21 (Monat/Jahr) zu entnehmen.

 

Um 1744 fand eine Konsolidierung (Zusammenlegung der ausgegebenen Kuxe) der oben beschriebenen 3 Erbstolln Gottes Geschick, Glückauf und König Salomon statt. Man ließ offensichtlich diese Gruben fallen und bündelte die finanziellen Kräfte für einen Neustart mit der Verleihung des Erbstollns und einer Fundgrube Heinrich an Johann Heinrich Grohmann. Das war ein Neubeginn auf einem Schacht aus früheren Zeiten, gelegen auf einer noch erkennbaren Schachthalde unmittelbar neben dem Weg nach Weißenborn nahe dem Wohnhaus Juchhöh 2. (Tafeln B und C, Objekt [9])

Grube Heinrich

Der auf der zweiten Tafel am Objekt [9]) dargestellte Aufriss gibt in vereinfachter schematischer Darstellung den Endzustand der Grubenentwicklung wieder, wobei Ungenauigkeiten wegen der teilweisen lückenhaften und sich widersprechenden Berichterstattung in den Zechenregistern möglich sind.

Saigerriss Grube Heinrich

Am Objekt [11] weist die Tafel O die Lage des Mundloches des Tiefen Heinrich Erbstollns aus.

Tiefer Heinrich Erbstolln

 

Weitere Erläuterungen und Fakten zur Grube Heinrich sind in den Amtsblättern vom (Monat/Jahr)

3, 5, 8 bis 11/19; 1 bis 3/20; 4 bis 6/21; 9 bis 12/21 nachzulesen.

 

Zu einer Zeit, als wegen fehlender Zubußen die Arbeiten auf dem Heinrich daniederlagen und schon über Jahre kein nennenswerter Erzabbau zu verzeichnen war, wurden weitere Gruben in den Blick genommen.

1781 erschloss Johann Gottlieb Ihle – vermutlich der gleiche Ihle, der 1772 die Friedrich Fundgrube an der Schieferleite mutete, dort aber schon bald seine Lehnträgerschaft wieder abgab.- eine Grube gegenüber der Alten Schäferei rechtsseitig der Bobritzsch auf dem heutigen Grundstück Talstraße 70, die seinen Namen trug (Tafel L, Objekt [23].

Ihle Fundgrube

Weitere Erläuterungen und Fakten zur Ihle Fundgrube sind in den Amtsblättern vom (Monat/Jahr)

3/21 gegeben.

 

1787 wurde George Friedrich Francke der Neue Drei Könige Erbstolln verliehen, der etwa 13 Jahre in Betrieb war. (Tafel H, Objekt [15]).

 

Neuer Drei Köndige Erbstolln

Weitere Akten zum Neuen Drei Könige Erbstolln sind noch auszuwerten.

König August Erbstolln

1809 wurde an Adam Heinrich Müller der König August Erbstolln verliehen (Tafel M, Objekt [24]). Die bis 1825 vorliegenden Akten sind noch nicht vollständig ausgewertet.

 

Zum Zeitpunkt der Einstellung der Arbeiten auf der Grube Heinrich wurde 1810 mit der Verleihung an Johann Samuel Teuchert der Samuel Erbstolln (Objekt /25/), unmittelbar an der Flurgrenze zu Naundorf am Rande des Tännicht am Grundfluß auf einem Spatgang liegend, in Betrieb genommen. Sein Mundloch lag noch auf Niederbobritzscher Flur am Grundfluss am Rande des Tännicht. Der Stolln wurde bis zum Jahre 1871 mit mindestens 183 Lachter Entfernung vom Mundloch hauptsächlich in nordwestlicher Richtung bis auf Naundorfer Flur entwickelt. 1838 wurde ein Kunstrad eingebaut und danach der Kunstschacht ca. 5 m abgeteuft.

Ab 1883 wurde der Betrieb eingestellt und 1886 die Verwahrung eingeleitet. Über Erzlieferungen ist nicht berichtet worden, noch sind aber nicht alle Akten ausgewertet.

1818/19 wurde Christian Friedrich Mehnert ein unmittelbar an der Bobritzsch ansetzender Erbstolln mit Fundgrube auf dem heutigen Grundstück Schmiedegasse 25 verliehen. Dieser wurde 1922 liegengelassen und stattdessen die alten Gruben auf dem Judenbergzug/Drei Könige Spat an der Juchhöh wieder aufgeschlossen (Tafel D/E, Objekt [7]). Zu diesem Grubenkomplex liegen ab diesem Zeitpunkt eine Vielzahl von Zechenregister und ein umfangreiches Aktenpaket vor, das noch auszuwerten ist, so dass tiefergehende Erkenntnisse zu erwarten sind.

Standorttafel D

Grube Friedrich Erbstolln

Standorttafel/E

Tiefer Friedrich Erbstolln

Die Tafel E zeigt das Grubenbild um 1863. Nach mehreren Grubenzusammenlegungen wurde der Schwerpunkt der bergbaulichen Arbeiten in den Bereich des Theodor Richtschachtes bei Hilbersdorf verlegt, so dass die Grub enteile auf Niederbobritzscher Flur an Bedeutung verloeren. 1890 wurde dann der Friedrich Tageschacht verwahrt, womit die Zeit des Niederbobritzscher Bergbaus endgültig zu Ende ging.

Als einziges Objekt der in der eingangs erwähnten Denkmalsliste ist der Tiefe Friedrich Erbstollen (Tafel A, Objekt [13]) noch in seinem unteren Teil begehbar, ist aber wegen seiner Bedeutung als Wasserreservoir für den Ortsteil Niederbobritzsch nicht zugänglich.

Mundloch Tiefer Friedrich Erbstolln

Texte Hartmut Franke; Stand der Bearbeitung: Oktober 2021

Ergebnisse weiterer Forschungsarbeiten werden auf dieser Seite zeitnah eingepflegt.

 

 

 

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